Die Leute wollen nicht, dass man zu viel Vergnügen hat; sie glauben, das sei schlecht für einen. Man könnte es ja plötzlich immerzu wollen. Wie beunruhigend doch alles Verlangen wirkt! Ein Teufel, der nie schläft oder stillhält. Verlangen ist etwas Ungezogenes und passt nicht zu unseren Idealen, deshalb benötigen wir so viele von ihnen. Verlangen lässt alles menschliche Bestreben lächerlich und lohnend zugleich erscheinen. Verlangen ist der eigentliche Anarchist und Geheimagent – kein Wunder, dass die Menschen es unschädlich gemacht und gut verwahrt wissen wollen. Und kaum meinen wir, wir hätten das Verlangen unter Kontrolle, macht es uns einen Strich durch die Rechnung oder erfüllt uns mit Hoffnung. Verlangen bringt mich zum Lachen, weil es Narren aus uns macht. Aber lieber ein Narr als ein Faschist.
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Hanif Kureishi ‘Intimacy’
