daria legte sich hin und zog den großteil der decke an sich, aber banzai protestierte nicht. sie legte den kopf in seinen schoß und betrachtete das gerahmte robert fripp- poster an der mit noten tapezierten wand. banzai streichelte ihr dunkles haar und nahm es zwischen seine finger (es wellte sich an den haarspitzen).
ihr herz war eine laute: reagierte auf die leiseste berührung.
das brummen des kühlschranks verriet banzai, dass der strom wieder da war. fünf vor zwölf. sie hatten vier stunden lang geraucht und geredet.
daria sah ihn an.
- bist du traurig?
er zuckte die achseln, mimte gleichgültigkeit. er legte sich neben sie auf die ausgebreitete decke. zog ihr die hosenträger von den schultern und schaute ihr in die augen.
dunkle augen, rehaugen, bodenlos und ohne fragen.
banzai konnte hören, wie ihr herz schlug. sie schaute jurko an, und jurko sah ein kind in ihr; er sah seine tochter in ihr,
die er
(ficken poppen
[du darfst nicht mal daran denken du darfst nicht]
ficken poppen)
auf den schoß nehmen und der er das haar, das sich an den spitzen wellte, streicheln wollte. jurko knöpfte ihr langärmliges t-shirt (oder war es eine bluse) auf, grün wie die augen des großen gottes pan. bei jedem knopf zog daria laut die luft ein. das dunkle (schwarze) haar, das sich an den spitzen wellte, war um ihren kopf gebreitet. banzai spürte, wie ihr körper unter der decke mit jedem knopf wärmer wurde. er öffnete die bluse und fand zwei kleine brüste unter dem schwarzen stoff eines büstenhalters. daria rührte sich nicht, sie schaute ihn nur fest an, und banzai küsste sie vorsichtig auf die nackten schultern. er zog ihr die bh- träger herunter, löste ihn an ihrem rücken, entblößte ihre brüste. ihr ganzer körper hatte die farbe von milch, matt-weiß und warm, nur die kleinen brustwarzen, die noch nicht so hart werden konnten wie bei solja, hoben sich dunkel ab.
er küsste sie genauso vorsichtig in die mulde am hals und drückte seine lippen an ihre brust.
er
(ihr herz ist eine laute)
wollte sie, er wollte sie mehr, als er irgendwann den körper von solja begehrt hatte, denn solja hatte nie gehabt, was er in darias augen fand.
(eine laute)
er atmete ihren duft, den duft von reifen weintrauben und walderdbeeren, den duft des rauchs aus der wasserpfeife.
(ihr herz eine laute)
er konnte weitermachen, er konnte sie küssen, ihr die latzhose ausziehen und ihren körper liebkosen, bis er sich unter seinen lippen entzündete, er konnte mit den lippen ihre süße möse finden und sie hundert ewigkeiten küssen, bis sie hundert mal stürbe von den blitzen in kopf und körper.
(ihr herz war eine laute: reagierte auf die leiseste berührung)
und daria würde folgsam liegen, würde sich ihm folgsam anvertrauen.
aber
(ihr herz war eine laute: reagierte auf die leiseste berührung)
sie war nicht zu ihrem geliebten, sondern zu einem freund gekommen, zu einem, der sie nicht verspotten, nicht anschreien, nicht beleidigen, der nicht versuchen würde, ihr weh zu tun oder sie an ihrem wunden punkt zu treffen. er glaubte fest daran, dass sie wirklich eine laute in sich trüge, mit der man zärtlich und vorsichtig umgehen musste. vorsichtig, damit die saiten nicht rissen. er deckte ihren nackten körper mit der weichen grünen bluse zu (von der farbe der augen des großen gottes pan) und küsste sie leicht auf den mund. daria schlang die arme um seinen hals und drückte ihn an sich. sehr leise, so leise, dass banzai selbst es kaum hören konnte, flüsterte sie: ‘danke’.
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Ljubko Deresch ‘Kult’

~ von hirnflimmern am 10. Juli 2008.

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