er sprach nie über gefühle.
er sprach über grüne blätter, über den tau, über das rascheln des bambus, den geruch von dieselöl, das tageslicht, den geschmack von lebensmitteln, über das, was an der oberfläche bleibt, alles, was man kauen, riechen oder ansehen kann.

ich wusste so gut wie nichts über ihn.
auch aus japan schickte er mir seine eindrücke über den kühlen wind, eine gewitterwolke oder eine straße auf dem land. er sprach nie von verborgenen dingen, von erinnerungen, tränen, enttäuschungen.
alles war begraben, vergessen, beiseite geräumt, es existierte überhaupt nicht mehr.
nichts anderes war real als die wirklichkeit, die unmittelbaren und direkten eindrücke.
also schluss mit dem kummer von gestern. man brauchte bloß den geruch von teer zu schnuppern, eine gute platte zu hören oder ein gutes buch zu lesen.
im restaurant tee aus weißblauen tassen zu trinken und den anblick von fettflecken auf küchenkrepp zu schätzen zu wissen.
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Valérie Mréjen ‘Zitrus’

~ von hirnflimmern am 26. Juni 2008.

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