von melonenmännern und lila schuhen.

Ich lese und höre immer wieder, dass die menschen heute ein multiples Ich haben und dass es völlig normal ist, wenn wir heute ein anderes Ich haben als gestern und vorgestern. Insofern müsste ich mich über meine ‘nichtauthentizität’ nicht beunruhigen. Das problem ist nur, dass ich die vielen Ichs gar nicht haben möchte, ganz im gegenteil. Ich beharre darauf, dass ich heute genau derjenige bin, der ich schon gestern war und der ich übermorgen wieder sein werde. Ich strenge mich manchmal sogar an, mir selbst möglichst geschlossen und widerspruchsfrei zu erscheinen. Aber sobald ich längere zeit auf einer party bin, vergesse ich meine prinzipien und vertrete meinungen, die nicht die meinen sind, und betone nebensächliche aspekte meines lebens bis an die grenze zur peinlichkeit.

Am persönlichsten, das heißt am geschlossensten, bin ich, wenn ich wie jetzt eine straße entlanggehe und nur mir selbst einleuchten möchte.

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Wilhelm Genazino ‘Die Liebesblödigkeit’

 

und die welt steht kopf.

~ von hirnflimmern am 14. Juni 2008.

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