Der Reiz des Faktors Zufall..

in den letzten wochen gab es nur zwei momente in denen ich für kurze zeit vergessen konnte, dass in mir chaos herrscht. umherwirbelnd und wellen schlagend..
wenn ich in der u-bahn sitze, mit dem einen ohr musik und mit dem anderen ihren geschichten lausche..
wenn ich am fenster stehe, seine stimme ganz nah, die aussicht betrachte, mir erinnerungen in den kopf kommen und ich lächel..
dann habe ich das gefühl konstant auf einem fleck zu stehen.
nicht ich bewege mich. nicht die u-bahn.
die welt rauscht an mir vorbei. mit 80 km/h.
doch ich bin da. atme, lausche, genieße.
und erreiche doch irgendwann die letzte haltstelle.
‘bitte alle aussteigen. die fahrt endet hier.’
und mit ihr auch mein innerer frieden..
es ist einiges passiert.
nämlich nichts.
und das ist irgendwie viel zu viel.
denn der reiz des faktors zufall scheint verschwunden zu sein.
und dabei hat es dieser immer gut mit uns gemeint..
zur gleichen zeit, am gleichen ort.
verdächtig oft. ungeplant. ungezwungen.
ich konnte tun und lassen was ich wollte.
mir stand es frei dich zu beachten, mit dir zu sprechen, oder eine unterhaltung mit jemand anderem vorzuziehen..
ich war nicht wegen dir da, sondern wegen mir.
und trotzdem hatte ich dich im blickwinkel.
zeigen musste ich dir das allerdings nicht..
nun bin ich auf mich allein gestellt.
kein zufall, der mir unter die arme greift.
kein ungeplantes zusammenstoßen in der selben bahn.
auf der straße..
ich muss mich öffnen. zeigen was ich möchte. sagen was ich denke.
ob ich will oder nicht..
es ist der einzige weg dich nicht aus den augen zu verlieren.
also trotte ich los, wenn du es gestattest.
bin die treibende kraft.
‘aber bin ich nicht viel zu stolze trägerin von stolz, als dass ich lust habe der ‘trotter’ zu sein?’, frage ich mich.
und im nächsten moment ‘wenn man etwas will..’
und bedeutet eine absage denn gleich ‘ablehnung’?
ich habe keine ahnung.
und das macht mir angst.

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