schnöde gitarrenmusik.
worte die sich aneinander reihen. dicht gedrängt.
und plötzlich ist es da.
ein lied aus vergangenen zeiten. in deinem ohr.
niemand sieht es. bemerkt es.
die welt rauscht weiter an dir vorbei.
doch es macht etwas mit dir. etwas,
und du bist dir nicht sicher, ob es dir gefällt
oder nicht.
schön und doch unheimlich.
schnell umschalten. man weiß ja nie.
und mit dem ersten takt kommen neue erinnerungen. neue bilder.
This ain’t lust, I know this is love
daria legte sich hin und zog den großteil der decke an sich, aber banzai protestierte nicht. sie legte den kopf in seinen schoß und betrachtete das gerahmte robert fripp- poster an der mit noten tapezierten wand. banzai streichelte ihr dunkles haar und nahm es zwischen seine finger (es wellte sich an den haarspitzen).
ihr herz war eine laute: reagierte auf die leiseste berührung.
das brummen des kühlschranks verriet banzai, dass der strom wieder da war. fünf vor zwölf. sie hatten vier stunden lang geraucht und geredet.
daria sah ihn an.
- bist du traurig?
er zuckte die achseln, mimte gleichgültigkeit. er legte sich neben sie auf die ausgebreitete decke. zog ihr die hosenträger von den schultern und schaute ihr in die augen.
dunkle augen, rehaugen, bodenlos und ohne fragen.
banzai konnte hören, wie ihr herz schlug. sie schaute jurko an, und jurko sah ein kind in ihr; er sah seine tochter in ihr,
die er
(ficken poppen
[du darfst nicht mal daran denken du darfst nicht]
ficken poppen)
auf den schoß nehmen und der er das haar, das sich an den spitzen wellte, streicheln wollte. jurko knöpfte ihr langärmliges t-shirt (oder war es eine bluse) auf, grün wie die augen des großen gottes pan. bei jedem knopf zog daria laut die luft ein. das dunkle (schwarze) haar, das sich an den spitzen wellte, war um ihren kopf gebreitet. banzai spürte, wie ihr körper unter der decke mit jedem knopf wärmer wurde. er öffnete die bluse und fand zwei kleine brüste unter dem schwarzen stoff eines büstenhalters. daria rührte sich nicht, sie schaute ihn nur fest an, und banzai küsste sie vorsichtig auf die nackten schultern. er zog ihr die bh- träger herunter, löste ihn an ihrem rücken, entblößte ihre brüste. ihr ganzer körper hatte die farbe von milch, matt-weiß und warm, nur die kleinen brustwarzen, die noch nicht so hart werden konnten wie bei solja, hoben sich dunkel ab.
er küsste sie genauso vorsichtig in die mulde am hals und drückte seine lippen an ihre brust.
er
(ihr herz ist eine laute)
wollte sie, er wollte sie mehr, als er irgendwann den körper von solja begehrt hatte, denn solja hatte nie gehabt, was er in darias augen fand.
(eine laute)
er atmete ihren duft, den duft von reifen weintrauben und walderdbeeren, den duft des rauchs aus der wasserpfeife.
(ihr herz eine laute)
er konnte weitermachen, er konnte sie küssen, ihr die latzhose ausziehen und ihren körper liebkosen, bis er sich unter seinen lippen entzündete, er konnte mit den lippen ihre süße möse finden und sie hundert ewigkeiten küssen, bis sie hundert mal stürbe von den blitzen in kopf und körper.
(ihr herz war eine laute: reagierte auf die leiseste berührung)
und daria würde folgsam liegen, würde sich ihm folgsam anvertrauen.
aber
(ihr herz war eine laute: reagierte auf die leiseste berührung)
sie war nicht zu ihrem geliebten, sondern zu einem freund gekommen, zu einem, der sie nicht verspotten, nicht anschreien, nicht beleidigen, der nicht versuchen würde, ihr weh zu tun oder sie an ihrem wunden punkt zu treffen. er glaubte fest daran, dass sie wirklich eine laute in sich trüge, mit der man zärtlich und vorsichtig umgehen musste. vorsichtig, damit die saiten nicht rissen. er deckte ihren nackten körper mit der weichen grünen bluse zu (von der farbe der augen des großen gottes pan) und küsste sie leicht auf den mund. daria schlang die arme um seinen hals und drückte ihn an sich. sehr leise, so leise, dass banzai selbst es kaum hören konnte, flüsterte sie: ‘danke’.
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Ljubko Deresch ‘Kult’
you know things will change..
es ist nachmittag. doch für mich beginnt der tag erst jetzt.
ich ziehe mich an, binde meine haare zusammen.
im vorbeigehen nehme ich einen schluck aus dem glas auf meinem tisch.
‘um diese uhrzeit dringt man keinen wein.’
ich mag es, wenn er bitter schmeckt.
dann erinnert er mich an die nacht, zeit die verging und die dinge von denen man sprach.
vieles. unwichtiges und themen, die dich zum nachdenken bewegten.
‘etwas konstantes wäre schön. etwas, von dem man nicht am nächsten tag genug hat.’, meinte ich.
‘und ein wenig vertrautheit.
ich möchte auf meinem sessel sitzen und lesen, wärend er in meinem bett liegt.
nichts sagen zu müssen. das ist es, was ich will.’
es war spät geworden.
‘noch 53 tage’, sagtest du.
der klang von vorfreude und die lust auf das neue schwangen in diesem satz mit.
und der geschmack vom ungewissen.
bitterer als der wein vom vorabend.
aber nein, nein. nicht doch.
nächte. viele.
alkohol. zigaretten und hin und wieder ein liebesschwur.
doch zwsichen alledem fehlt etwas. wichtiges?
ich weiß es nicht.
ist es das denn?
ein wenig häufiger der austausch von gedanken.
nicht der worte.
ein lächeln. vielsagend, wie eine geschichte.
und ein blick.
kleinigkeiten, eigentlich.
und wertlos, für mich, wenn ich es habe.
Ich zog dich aus der Senke deiner Jahre
und tauchte dich in meinen Sommer ein
ich leckte dir die Hand und Haut und Haare
und schwor dir ewig mein und dein zu sein.
Du wendetest mich um. Du branntest mir dein Zeichen
mit sanftem Feuer in das dünne Fell.
Da ließ ich von mir ab. Und schnell
begann ich vor mir selbst zurückzuweichen
und meinem Schwur. Anfangs blieb noch Erinnern
ein schöner Überrest der nach mir rief.
Da aber war ich schon in deinem Innern
vor mir verborgen. Du verbargst mich tief.
Bis ich ganz in dir aufgegangen war:
da spucktest du mich aus mit Haut und Haar.
von Ulla Hahn
don’t be running late..
fast einen zweiten tag verschlafen. ohne wirklich zu schlafen.
einfach im bett gelegen.
gelesen, nachgedacht und mit angus & julia stone die stunden verträumt.
die staubkörnchen beim umherfliegen beobachtet.
aber heute rappel ich mich auf.
es geht wieder los.
’so wie immer?’, fragt sie.
für manche dinge lohnt es sich eben aufzustehen.
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‘ich krieg dich mal zu gesicht?’, sie reißt die augen auf. ‘ich bin fassungslos!’
‘freut mich, dass ich dich immer wieder überraschen kann.’, sage ich und wander die treppe wieder rauf.
ehrlich gesagt verstehe ich nicht, was sie von mir will.
wie kann man nur soviel wert auf erzwungene gesellschaft legen?
This goddamn room it gets so small sometimes.
er sprach nie über gefühle.
er sprach über grüne blätter, über den tau, über das rascheln des bambus, den geruch von dieselöl, das tageslicht, den geschmack von lebensmitteln, über das, was an der oberfläche bleibt, alles, was man kauen, riechen oder ansehen kann.
ich wusste so gut wie nichts über ihn.
auch aus japan schickte er mir seine eindrücke über den kühlen wind, eine gewitterwolke oder eine straße auf dem land. er sprach nie von verborgenen dingen, von erinnerungen, tränen, enttäuschungen.
alles war begraben, vergessen, beiseite geräumt, es existierte überhaupt nicht mehr.
nichts anderes war real als die wirklichkeit, die unmittelbaren und direkten eindrücke.
also schluss mit dem kummer von gestern. man brauchte bloß den geruch von teer zu schnuppern, eine gute platte zu hören oder ein gutes buch zu lesen.
im restaurant tee aus weißblauen tassen zu trinken und den anblick von fettflecken auf küchenkrepp zu schätzen zu wissen.
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Valérie Mréjen ‘Zitrus’
maybe give it another try.
‘ich weiß es nicht..’
wie oft habe ich diesen satz heute ausgesprochen und wieviele wörter hätte ich gerne runtergeschluckt, anstatt sie auf meiner zunge zergehen zu lassen und schließlich wütend auszuspucken. preiszugeben.
’soll das alles sein? [...] vielleicht haben wir uns einfach nichts mehr zu sagen.’
und wie erleichtert war ich als ich feststellte, dass ich falsch lag.
und wir uns kennen..
seit langem wieder einen guten kaffee genießen, ein sinniges gespräch führen und durch stuttgarter straßen wandern, mit dem wohligen gefühl, dass alles glasklar ist. trotz dem nebel zuvor.
schritt für schritt.
dann wird das wieder..
’cause right now i feel so simple.
one day it’ll get easier..
aufgewühlt, nachdenklich, aber zufrieden.
endlich zurücklehnen.
und atmen.
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Drinking to yesterday’s news.
I’m sorry I was late, I was so blue.
Oh, my hands hurt from holding your hands.
And I’m young but it’s hard to believe,
That someday I will never see you again.
ich vermissse ihn. und die vertrauten geräusche an meinem ohr. sehr.
noch ein wenig gitarre spielen. ablenkung.
haferflocken.
so wie es ist..
darf es gerne noch ein wenig bleiben.
